In den beiden untersuchten Sektoren sind Arbeitskonflikte nicht üblich. Es scheint, dass eine allgemeine Haltung zugunsten der Zusammenarbeit und die Suche nach gemeinsamen Lösungen den Beteiligten hilft, potenzielle Schwierigkeiten zu bewältigen und zu lösen. Darüber hinaus gibt es in jedem betrachteten Land einige Grenzen für Arbeitskampfmaßnahmen in öffentlichen Versorgungsunternehmen, die in der Regel die Garantie von Mindestdienstniveaus, Kündigungsfristen und Streitbeilegungsmechanismen umfassen. Diese Bestimmungen können sich aus Rechtsvorschriften oder Vereinbarungen ergeben, wie dies kürzlich in Zypern geschehen ist, wo 2004 nach neunjährigen Verhandlungen eine Vereinbarung über die Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten in wesentlichen Dienstleistungen, einschließlich Elektrizität und Telekommunikation, erzielt wurde (CY0404103F). In Österreich ist die Zersplitterung der Tarifverhandlungen in den betreffenden Sektoren nicht nur das Ergebnis der Koexistenz von Beamten und Privatbediensteten (siehe oben). Sie ergibt sich auch aus Ausnahmen von der Regel des Repräsentationsmonopols, die gewöhnlich die österreichischen Arbeitsbeziehungen kennzeichnet, durch die obligatorische Arbeitgebervertretung durch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ungewöhnlicherweise wurde das Recht auf Tarifverhandlungen an die Holdinggesellschaft der Gemeinde Wien (die im Elektrizitätssektor tätig ist) und an den wichtigsten Festnetz-Telekommunikationsbetreiber, die Österreichische Telekom (AT0203202F), vergeben. Dies sind zwei der wenigen Beispiele dieser Art in Österreich, und verhandlungsrechte wurden wahrscheinlich aufgrund der Anerkennung der Besonderheit dieser Sektoren gewährt. Aufgrund der Zersplitterung der Vertretung enden die Beschäftigten im Elektrizitätssektor in Österreich fünf Tarifverträge, zwei branchenweite Vereinbarungen und drei Betriebsvereinbarungen, ganz zu schweigen von den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die formell von Tarifverhandlungen ausgeschlossen sind. Drei Viertel der sektoralen Beschäftigung werden durch die von den Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften mit dem Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) unterzeichneten Vereinbarungen des privaten Sektors abgedeckt; ein weiterer bedeutender Anteil der Beschäftigung (ca.

20%) gilt durch die drei Verträge für die Gesellschaften der Gemeinden Wien, Graz und Innsbruck, die entweder von VEÖ und WKÖ (Graz und Innsbruck) oder von der Gesellschaft selbst (Wien) und der GGB-Gewerkschaft der öffentlichen Angestellten unterzeichnet werden; und es gibt auch eine Reihe lokaler öffentlicher Unternehmen, die weniger als 5 % der sektoralen Arbeitskräfte beschäftigen, die nur informell mit dem GGB verhandeln. Erhebliche Fusions- und Übernahmewellen haben die Entwicklung des Energiesektors in den letzten Jahren in praktisch allen Ländern nach dem Beginn des sektoralen Reformprozesses geprägt. Dies hat seit Beginn des Liberalisierungsprozesses zu einer Verringerung der Zahl der Betreiber sowie zur Integration von Herstellern und Händlern geführt, wo dies zuvor nicht der Fall war. Dies geschah beispielsweise in Deutschland durch den Erwerb von Beteiligungen an den lokalen Vertriebsgesellschaften durch die größeren Generationen, und im Vereinigten Königreich, wo das Privatisierungsprogramm die Erzeugung von der Verteilung abtrennte. Noch wichtiger ist, dass die Öffnung des europäischen Marktes zu einer erheblichen Internationalisierung der Geschäftstätigkeit der Hauptakteure geführt hat, vor allem durch den Erwerb von Kontroll- oder Minderheitsbeteiligungen. Diese Entwicklung betrifft in erster Linie die ehemaligen Monopole, die manchmal noch vom Staat kontrolliert werden.

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